Ach du Schreck: Was tun, wenn der Welli entwischt

Eine kleine Unachtsamkeit genügt und schon entwischt der pfiffige Wellensittich durch das offene Fenster oder den Spalt in der Tür ins Freie. Zurück bleiben meist ebenso besorgte wie ratlose Vogelfreunde.

„Wichtig ist, dass Vogelhalter in dieser Situation besonnen reagieren“, erklärt Esther Schütz, Leiterin der Ringstelle des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschland e.V. „Sitzt der Vogel in der Nähe der Wohnung in einem Baum, hilft es, beruhigend auf ihn einzureden. Vogelhalter können das Tier auch mit seinem Lieblingsfutter locken.“

Eine andere oft erfolgreiche Möglichkeit, den Flüchtling einzufangen, ist, ihn mit seinem Partner zu locken. Einfach den verschlossenen Bauer auf den Balkon oder Rasen stellen. Landet der entflogene Wellensittich dann auf seinem Zuhause, kann dieses ganz vorsichtig ins Haus zurück getragen werden.

„Auch wenn sich der neugierige Flugkünstler nicht mehr in Sichtweite befindet, sollten seine Menschen keineswegs aufgeben“, sagt Schütz. „Es gibt einige Anlaufstellen, die in solchen Fällen kompetente Hilfe leisten.“ Eine davon ist die Ringstelle des ZZF, ein Suchdienst für entflogene Vögel. Mit Hilfe der Ringnummer können entflogene sowie zugeflogene Vögel wahlweise per Postkarte, telefonisch oder via E-Mail gemeldet werden.

In Deutschland müssen alle Papageienvögel, also auch Wellensittiche, einen Fußring tragen. Gleich nach dem Kauf sollten sich Tierhalter die Ringnummer notieren, da nur mit dieser das Tier zugeordnet werden kann. Darüber hinaus gibt es im Internet weitere Suchdienste wie Tiersuchdienst.org oder Welliworld.de/Vogelsuchdienst.

Die Suche nach dem entwischten Ziervogel ist oft erfolgreicher, wenn Vogelfreunde mehrere Wege gehen. So können sie neben der Kontaktaufnahme zu Suchdiensten Plakate in der Nachbarschaft aufhängen oder eine Annonce in den lokalen Tageszeitungen schalten.

„Wichtig ist immer auch, das örtliche Tierheim zu informieren“, sagt Schütz. „Denn wer einen Vogel auf seinem Balkon findet, bringt diesen oft dorthin.“ Weitere hilfreiche Tipps für den Ernstfall gibt Esther Schütz auf den Seiten des ZZF unter www./ringstelle.de/suchdienst. IVH