Balz im Aquarium: Männer zeigen Gefühle

So viele Arten es im Aquarium gibt, so facettenreich sind auch die Spielarten der Unterwasserliebe. Und bei einigen Fischarten wird es sogar richtig laut.
„Unter Wasser verleihen vor allem die Männchen ihren Gefühlen starken Ausdruck“, erklärt Dr. Jörg Vierke, Biologe, Fachautor und Betreiber der Internetseite www.fischverhalten.de. „Ein schönes Beispiel hierfür sind lebendgebärende Fische wie Guppies: Sind die kleinen Fische paarungsbereit, folgt das Männchen seiner Auserwählten, überholt sie gelegentlich in schnellem Spurt und stellt sich ihr mit noch angelegten Flossen in den Weg.“ In den meisten Fällen zeigt sich das Weibchen davon nur wenig beeindruckt. Das scheinbar verschmähte Männchen ereifert sich nun umso mehr: Es hält ihr die voll entfalteten Flossen sekundenlang zitternd entgegen – ein Ausdruck höchster Erregung.
„Setzt man ein Paar der bunten Kampffische zusammen, geht es zunächst heftig zur Sache“, sagt Vierke. „Die meist aggressiveren und etwas größeren Weibchen drohen mit weit aufgerissenen Mäulern. Die Männchen dagegen spreizen ihre Flossen und zeigen ihre leuchtendsten Farben, um sich die Sympathie der Weibchen zu sichern.“
Knurrende Guramis beeindrucken ihre Weibchen durch lautstarkes Brummen. Das Geräusch entsteht durch das heftige Vibrieren des Brustflossenmuskels des Männchens und ist so laut, dass Fischfreunde es leicht vor dem Aquarium hören können.
Auch das Werben anderer Fischarten ist spannend zu beobachten: So bauen zum Beispiel Fadenfische kleine Nester für ihre Angebeteten. Nanderbarsch-Männchen locken ihre Weibchen zum Liebesspiel in leer stehende Schneckenhäuser.
Weitere Informationen zum Balzverhalten zahlreicher Aquarienfische gibt es auch online unter www.fischverhalten.de. IVH