Behutsame Annäherung: So wird der Welli zum Freund
„Große Erscheinung, nach vorne gerichtete Augen und riesige Hände – für den Wellensittich ist der Mensch erst einmal ein Raubtier“, erklärt die Biologin und Ziervogelexpertin Hildegard Niemann. „Daher sollten sich Vogelhalter am Anfang der Voliere nur im leichten Bogen und mit abgewandtem Gesicht nähern.“ Dann ängstigen sich die gefiederten Neuankömmlinge nicht. Sinnvoll ist es außerdem, die Vögel immer zur gleichen Tageszeit zu versorgen. So gewöhnen sich die Tiere an eine Routine.
„Der Zoofachhandel bietet mittlerweile moderne Zimmervolieren an, bei denen Futter und Wasser von außen nachgefüllt werden können“, sagt Niemann. Die Vogelfreunde müssen so nicht mit der Hand in das Vogelheim greifen.
Wenn sich die gefiederten Familienmitglieder nach einigen Tagen entspannt in Gegenwart ihres Halters verhalten und auch einen längeren Blickkontakt zulassen, können die Vogelhalter versuchen, die Tiere an die Hand zu gewöhnen. Bei dieser Übung ist Bestechung ausdrücklich erlaubt: Nimmt man zum Beispiel Hirsekolben in die Hand und reicht sie den Wellis, werden sie bald den ersten Schritt wagen. Akzeptieren die Vögel schließlich die Hand in ihrer Nähe, ist der Grundstein für eine echte Mensch-Vogel-Freundschaft gelegt. Und vielleicht werden die Tiere schon bald auch den Finger als Sitzplatz annehmen.
Wichtig ist: Werden die Tiere unruhig, sollten die Übungen am nächsten Tag fortgesetzt werden. Ausführliche Informationen zu den Themen „Eingewöhnung“ und „Zähmung“ von Wellensittichen finden Vogelfreunde im Tierratgeber „Wellensittiche“ von Hildegard Niemann. IVH