Für gepanzerte Kletterkünstler: Das ausbruchsichere Krebs-Aquarium
Krebse klettern an allem hoch, was sich ihnen bietet, egal ob Kabel oder dekorative Inneneinrichtung. „Um jedes Ausbruchsrisiko auszuschließen, muss jedes Krebs-Aquarium eine Abdeckung haben. Aussparungen für Kabel sollten zusätzlich mit loser Filterwatte ausgestopft oder Leukoplast abgeklebt werden, da sich die Ausbruchskünstler auch durch erstaunlich kleine Löcher zwängen können“, erklärt Florian Grabsch, Vizepräsident im Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde e.V. (VDA). Größere Krebsarten können durch ihre Grabungsaktivitäten Glasbruch verursachen, daher sicherheitshalber auf den Boden des Aquariums eine Plexiglasscheibe legen.
Keine Panik, wenn die Kletterkünstler doch mal außerhalb des Aquariums auf Wanderschaft gehen. Eine gewisse Zeit kommen sie auch ohne Wasser aus. In diesem Fall den Krebs zunächst in eine verschließbare Dose mit wenig Wasser setzen, bis die Kiemen wieder ausreichend befeuchtet sind. Anderenfalls könnte der Krebs im tieferen Aquarium-Becken ertrinken.
Wohlfühl-Tipps für Flusskrebse
„In der Aquarienhaltung bewährt haben sich die Nachzuchten des Blauen Florida Krebses (Procambarus alleni) und des Orangenen Zwergkrebses (Cambarellus patzcuarensis sp. Orange; Abgekürzt CPO). Diese beiden Flusskrebsarten lassen sich innerartlich gut paarweise halten und sind wenig pflegeintensiv“, sagt Grabsch. Sie mögen es, wenn das Aquarium nicht allzu sauber ist und sie Ecken mit etwas Mulm aus Pflanzenresten finden, denn diesen nutzen sie als Nahrung. Mulm absaugen ist deshalb kaum notwendig. Ab und zu ein Wasserwechsel ist natürlich trotzdem wichtig. Die Krebse sind Temperaturschwankungen gegenüber tolerant, sofern diese nicht zu extrem und plötzlich auftreten. Das Krebs-Aquarium benötigt eine Filteranlage und eine ausreichende Sauerstoffversorgung. Krebse mögen außerdem dämmriges Licht. Eine herunterregelbare Aquarien-LED-Beleuchtung schafft die entsprechende Wohlfühlatmosphäre und spart Strom. Sogar Sonnenauf- und -untergänge können simuliert werden.
Als Einrichtung benötigen die Krebse Höhlen, in die sie sich zurückziehen können. Am besten mehrere Höhlen pro Tier und in unterschiedlichen Größen. Die Tiere suchen den Schutz der Höhle insbesondere dann, wenn sie sich gerade gehäutet haben. Als Bodengrund für das Krebs-Aquarium eignen sich Sand und Kies. Wurzeln und Steine sind ideale Dekorationselemente. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Einrichtungsgegenstände nicht etwa als Leiter missbraucht werden können. Auf Pflanzen kann man verzichten, da Krebse diese auffressen würden.
Übrigens: „Aquarienkrebse dürfen niemals in der freien Natur ausgesetzt werden, da sie heimische Krebsarten gefährden“, warnt Grabsch.