Geräusche aus dem Aquarium: Wenn Fische knurren

Fische sind stumm? Von wegen! Dann und wann kann es aus dem Aquarium so tönen, als würde man eine verrostete Fahrradklingel oder ein Telefon klingeln hören. Das liegt an einem ganz besonderen Aquariumbewohner: dem Knurrenden Gurami. „In einem leisen Raum kann man das Geräusch einige Meter weit hören“, sagt Harro Hieronimus, Fachredakteur Fische der Zeitschrift „Aquaristik“.

Knurrende Guramis tragen ihren Namen tatsächlich wegen des Knurrgeräusches, das sie während der Balz von sich geben oder wenn sie ihr Revier verteidigen. „Die knurrenden Laute erzeugen die Fische dadurch, dass Muskeln und Sehnen der Brustflossen übereinander reiben. Dabei wirkt die Schwimmblase als Resonanzorgan, das diese Töne verstärkt“, erklärt der Experte. Auch die Weibchen können knurren, allerdings nicht so laut wie die Männchen.

Der aus Südostasien stammende Fisch gehört zu den Labyrinthfischen und erreicht eine Länge von fünf bis acht Zentimetern. Knurrende Zwergguramis, Trichopsis pumila, erreichen sogar nur eine Größe von 3,5 bis 4 Zentimetern, können unter ihren Artgenossen aber am lautesten knurren. „Das Knurren ist bei den Zwergguramis bis in eine Entfernung von sechs Metern zum Aquarium zu hören“, sagt Hieronimus.

Um das natürliche Verhalten dieser besonderen Fische zu erleben und sie auch knurren zu hören, sollten sie mindestens paarweise gehalten werden. „Das erfordert ein Aquarium von mindestens 60 Zentimeter Kantenlänge“, sagt der Experte. Damit sich die kleinen Fische im heimischen Aquarium wohlfühlen, brauchen sie ein üppig bepflanztes Becken mit einer Wassertemperatur von 24 bis 28 Grad. Eine kleine Höhle, beispielsweise in Form einer halbierten Kokosnussschale, wissen die Knurrenden Guramis zu schätzen. Denn nach der Balz schnappen sich die Männchen die Eier und legen ein kugelförmiges Schaumnest unter der Wasseroberfläche an, kleben die Eier unter die Decke einer Höhle oder deponieren sie unter großen Blättern.

Für eine gesunde und ausgewogene Ernährung brauchen die knurrenden Fische sowohl fleischliche als auch pflanzliche Kost. Gerne fressen sie neben Flocken- und Granulat-Futter auch Daphnien (Wasserflöhe) und Enchyträen (kleine Würmer aus dem Fachhandel). Am besten passen zu den Knurrenden Guramis Artgenossen aus ihrer Heimatregion Südostasien. Für die Fisch-WG eignen sich deshalb andere Labyrinthfische, Bodenfische wie Schmerlen und Panzerwelse und ruhigere Barben, etwa aus der Rasbora-Verwandtschaft.