Kanin-Hop: Sportlicher Freizeitspaß für Langohren und ihre Halter

Ein Springparcours, Hindernisse, wie man sie aus dem Pferdesport kennt. Ein hoppelndes Kaninchen kommt in den Parcours, nimmt Anlauf und hüpft elegant über die Sprünge. Kein Wunder: Herumhoppeln und Springen liegen in der Natur von Kaninchen. Die Hindernisse sind im Miniaturformat. Die Sportart nennt sich Kanin-Hop.

Der Kaninchen-Sport kommt ursprünglich aus Skandinavien und wird seit 2007 auch offiziell in Deutschland ausgeübt. „Kanin-Hop ist eine gute Möglichkeit, das Bedürfnis des Kaninchens nach Bewegung zu erfüllen. Durch die regelmäßige Beschäftigung mit den Vierbeinern haben die Kaninchenhalter zudem einen viel engeren Bezug zu ihren Tieren“, erklärt Kai Sander, Kanin-Hop-Beauftragter vom Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter e.V. (ZDRK, www.zdrk.de/).

Derzeit gibt es deutschlandweit rund 80 Kanin-Hop-Gruppen. Kanin-Hop-Interessierte können sich an eine Gruppe in der Nähe wenden und einmal unverbindlich bei dem Training hereinschnuppern. „Hier hilft man mit Tipps und Tricks und achtet auch auf den richtigen Umgang mit den Tieren“, sagt Sander.

Die Basis für den Sport: Gegenseitiges Vertrauen, Geduld und Einfühlungsvermögen

Kinder ab neun Jahren und Erwachsene dürfen an Wettbewerben teilnehmen. Kaninchen dürfen erst ab einem Alter von fünf Monaten bei Turnieren starten. Dabei gibt es keinerlei Vorgaben in Bezug auf die Rasse, sodass ein Zwergkaninchen ebenso teilnehmen darf wie eine Kreuzung aus verschiedenen Rassen. Allerdings eignen sich nur neugierige, aufgeschlossene Kaninchen mit einem selbstbewussten Charakter für diese Sportart. Von Haus aus scheue Kaninchen werden keine Freude an Kanin-Hop haben und sollten nicht dazu gezwungen werden.

Es gibt verschiedene Klassen und es wird darauf geachtet, dass die Tiere nur in der für sie geeigneten Klasse starten. Übertriebener Ehrgeiz ist dabei nicht angebracht. Jeder Kanin-Hopper sollte verinnerlichen: Das Kaninchen springt, wenn es will, nicht wann der Mensch es möchte. Der Sport soll Mensch UND Tier Spaß machen.

Die verschiedenen Schwierigkeitsklassen haben Hindernishöhen von 25, 35, 40 und 45 cm. Und auch die Sprungweiten sind auf 25 - 70 cm geregelt. Die Mensch-Kaninchen-Teams können an verschiedenen Wettbewerbsarten teilnehmen: beispielsweise Springen in der geraden Bahn oder Parcours-Springen wie beim Springreiten. Dabei springt das Kaninchen an Geschirr und Leine, wird dadurch aber nicht beeinflusst. Die Leine hängt stets locker durch und dient der Sicherheit, falls das Tier einmal wegspringt und den Parcours verlassen möchte. Für kleine Profis gibt es auch „offenes Springen“ ohne Geschirr und Leine.

Trainings-Tipps für Beginner

Das Tier wird vorsichtig und langsam an den Sport herangeführt. Das Kaninchen darf in Ruhe die Umgebung erkunden und sich an Hindernisbahn, Geschirr und Leine gewöhnen. Erst dann den ersten Sprung wagen. Ein Profi kann vorspringen oder ein Leckerli hinter dem Hindernis animiert den unerfahrenen Sportler, das Hindernis zu überwinden. Pausen sind wichtig. Gelerntes muss verarbeitet werden. Und immer mit einem positiven Abschluss das Training beenden – das motiviert.