Katzen in der Brut- und Setzzeit: Den Jagdtrieb spielerisch zu Hause stillen

Katzen sollen sich beim Spielen ordentlich austoben
„Unsere regelmäßig gefütterten Familienkatzen reißen Jungvögel nicht, weil sie Hunger haben“, erklärt Hofmann. „Wenn sie auf Jungtiere reagieren, liegt das an ihrem ganz normalen, angeborenen Jagdinstinkt.“ Je weniger dieser Jagdtrieb befriedigt ist, desto mehr reagieren Katzen auf Kleintiere in der Natur. Die Expertin rät: „Halter sollten ihren Tieren helfen, sich zu Hause ordentlich auszutoben. Dabei helfen Beutespiele, wie die Katzenangel oder ein Ball, dem sie hinterherjagen können“, so die Expertin. Eine große Auswahl an Katzenspielzeugen bietet auch der Fachhandel.
Zudem sollten Halter, wenn ihr Vierbeiner mit einem Jungtier als Beute auftaucht, die Katze dafür nicht loben, aber auch nicht ausschimpfen. Sie sollten die Katze samt Beute ignorieren.
Kastration schafft keine Abhilfe
Die Annahme, dass kastrierte Katzen keine Gefahr für Jungtiere in der Brut- und Setzzeit seien, widerlegt Hofmann. „Kastration nimmt der Katze den Sexualtrieb, aber nicht den Jagdinstinkt. Der bleibt“, sagt die Expertin. Auch von einer Glocke um den Hals oder einer gesetzlichen Leinenpflicht für Katzen wie für Hunde in der Brut- und Setzzeit rät die Expertin ab: „Die Leine müsste der Katze von klein an bekannt sein. Wer eine ausgewachsene Katze an eine Leine gewöhnen will, braucht viel, viel Geduld.“
Das regelmäßige und ausgiebige Jagdspiel zu Hause mit der Samtpfote ist laut Hofmann eine ausreichende Schutzmaßnahme in der Brut- und Setzzeit. „Natürlich lösen die Jagdspiele das Problem nicht komplett, doch sie reduzieren es deutlich.“ IVH