Klare Sache statt trübe Suppe: Teichpflanzen, die den Gartenteich sauber halten
„Teichpflanzen bauen überschüssige Nährstoffe ab und verhindern so unter anderem die ungehemmte Vermehrung von Algen“, so Dipl.-Biologe Florian Grabsch vom Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde (VDA). „Insbesondere Unterwassergewächse reichern den Teich mit Sauerstoff an und binden zugleich Schadstoffe.“
Bevor Teichbesitzer zur Tat schreiten, sollten sie sich informieren, welche Pflanzen für welche Wasserzonen geeignet sind. Weiterhin gilt es, über Ausbreitungsverhalten, Pflanztechnik sowie die geeignete Wassertiefe Bescheid zu wissen.
Klassische Pflanzen für die Tiefwasserzone sind Seerosen, die sehr dekorativ und außerdem winterhart sind. „Auch Tausendblatt, Seekanne, Fieberklee, Zebra-Simse, Pfeilkraut und Winter-Schachtelhalm fühlen sich in der Tiefwasserzone zuhause“, erläutert Grabsch. In der Flachwasserzone (Wassertiefe 15 bis maximal 40 Zentimeter) hingegen können gut Blutweiderich, Froschlöffel, Hechtkraut oder Süßgras angesiedelt werden.
„Im Sumpfbereich schließlich lässt sich alles pflanzen, was sowohl im flachen Wasser als auch in nasser Erde gedeiht – zum Beispiel Sumpfdotterblumen, Zwergschachtelhalme oder Gauklerblumen“, erklärt Grabsch.
Achtung: Die meisten Teichpflanzen sind empfindlicher als normale Gartenpflanzen. „Beim Düngen sollten Teichbesitzer darauf achten, dass den Pflanzen nicht zusätzlich Nitrat und Phosphat zugeführt wird, denn dieses ist normalerweise bereits reichlich im Teich vorhanden“, warnt Grabsch. Wichtiger sind stattdessen Eisen und Spurenelemente. Spezielle Dünger, die ausschließlich diese Nährstoffe enthalten und auf Nitrat und Phosphat gänzlich verzichten, gibt es im Zoofachhandel. Sie sind sowohl in Tablettenform als auch in flüssiger Form erhältlich. Teichpflanzen leben nach dem Minimalprinzip, das heißt, sobald ein Stoff wie zum Beispiel Eisen nicht ausreichend vorhanden ist, wachsen sie nicht mehr und können so auch kein algenförderndes Nitrat sowie Phosphat mehr abbauen.
Auch wer seinen Gartenteich korrekt bepflanzt, wird zunächst einmal Algenwachstum bemerken. „Das ist normal, da sich Algen extrem schnell ausbreiten. Deshalb gilt für die Bepflanzung anders als beim Düngen: Viel hilft viel", rät Grabsch. „Besonders rasch wachsende Pflanzen halten die Algen schon nach kurzer Zeit gut in Schach." IVH