Kleine Tiere, große Wirkung – Besuchsdienste mit Meerschweinchen und Zwergkaninchen

Das Streicheln eines Hundes entspannt. Das Schnurren einer Katze beruhigt. Die Beschäftigung mit Vierbeinern motiviert zu Interaktion auch mit anderen Menschen. Kurzum: Tiere üben einen positiven Einfluss auf uns aus. Das haben auch viele Alteneinrichtungen erkannt. Die Zahl der Heime, in denen Tiere leben oder die regelmäßig sogenannte Tierbesuchsdienste empfangen, steigt kontinuierlich an. Seit einiger Zeit haben immer häufiger auch kleine Tiere bei diesen Terminen ihren großen Auftritt.

„Gerade für Besuche bei älteren Menschen eignen sich Meerschweinchen und Zwergkaninchen besonders gut. Sie bieten vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten, wecken Erinnerungen an eigene Heimtiere und regen so zum Gespräch an“, sagt Diplom-Biologin Cornelia Drees, die selbst regelmäßig Tierbesuchsdienste durchführt. Die Meerschweinchen lieben es, bei den Bewohnern weich und sicher auf dem Schoß zu sitzen und sich füttern und kraulen zu lassen. Und auch die Kaninchen lassen sich gerne beobachten, füttern und streicheln.

„Jedes Tier hat seine besonderen Stärken, sodass bestimmte Tiere mit bestimmten Leuten gut harmonieren und bei regelmäßigen Besuchen echte Freundschaften entstehen“, so Drees. Auch für Senioren mit eingeschränkter Feinmotorik oder für Parkinsonpatienten ist so ein Kuscheltreff mit den kleinen Gästen möglich, denn die achten auf die innere Einstellung der Menschen. Wenn eine Berührung mal nicht so zart gelingt, wie beabsichtigt, zeigen sich erfahrene Meerschweinchen und Kaninchen oft sehr tolerant. Mit Recht, denn Hautkontakt und Streicheln führen oft zu einer Entspannung und so zu einem schönen Miteinander von Mensch und Tier. Die gemütlichen Meerschweinchen eignen sich auch optimal als Gesellschaft für bettlägerige Menschen, während die munteren Kaninchen eher anregend wirken und ihrem Gegenüber ein gewisses Maß an Mobilität abverlangen. Grundsätzlich steigert der Tierkontakt die Aktivität und Beweglichkeit der Senioren – Effekte, die oft auch nach Besuchsende noch deutlich zu spüren sind.

Untersuchungen haben gezeigt, dass auch demenziell erkrankte Heimbewohner vom Tierkontakt profitieren. Viele von ihnen können sich während der Anwesenheit von Meerschweinchen und Co. besser orientieren sowie an Erlebnisse aus der Vergangenheit erinnern. Drees ergänzt: „Oft können sich demente Personen mit den Tieren eine kleine Auszeit von ihrer Unruhe nehmen und sind während der Besuche besser ansprechbar.“

Optimal sind Tierbesuchsdienste für alle Alteneinrichtungen, die selbst keine Tiere halten können. „So haben die Bewohner die Möglichkeit, all das Schöne, was uns die Tiere bieten, zu erleben und das Pflegepersonal ist gleichzeitig aller Pflichten der Tierhaltung enthoben“, so Drees. Informationen über tiergestützte Aktivitäten gibt es online beim Berufsverband Tiergestützte Therapie, Pädagogik und Fördermaßnahmen e.V. unter www.tiergestuetzte.org. IVH