Kommunikationsprofis im Kleintiergehege - Farbratten haben viel zu „erzählen“

Farbratten sind äußerst soziale Wesen. Damit das Zusammenleben im Rudel klappt, haben sie ein breites Spektrum an Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung. Forscher gehen sogar davon aus, dass Farbratten lachen und Vergnügen empfinden. Spielen sie ausgelassen oder werden gekitzelt, bringen die Vierbeiner lachähnliche Geräusche hervor.

Auch wenn das menschliche Ohr die Töne, in der Farbratten lachen, nicht wahrnehmen kann: Das Rattenlachen ähnelt einem vergnügten Zirpen, das insbesondere beim Spielen mit Artgenossen auftritt. Das haben Ultraschall-Untersuchungen gezeigt. „Das Zirpen vor allem junger Ratten bei ihren Kampfspielen hat wahrscheinlich in erster Linie eine besänftigende und beschwichtigende Funktion“, erklärt der Zoologe und Ratgeberautor Gerd Ludwig. Kitzeln ruft ebenfalls die Lachgeräusche hervor. Gekitzelt zu werden bereitete den untersuchten Ratten offensichtlich großes Vergnügen, denn die Tiere suchten geradezu den Kitzelreiz.

Neben dem Lachen senden Farbratten täglich Tausende von hochfrequenten Botschaften aus, mit denen sie andere Rudelmitglieder zum Beispiel vor Gefahren warnen, auf Futterquellen aufmerksam machen oder über ihren Standort oder ihr persönliches Wohlbefinden informieren.

Hört der Mensch die Vierbeiner hingegen mit den eigenen Ohren fiepen, geht es ihnen gar nicht gut. „Eine fiepende Farbratte hat Angst oder fühlt sich in die Enge gedrängt. Mit diesem Laut rufen zum Beispiel Jungen, die von ihrer Mutter allein gelassen wurden“, sagt Ludwig.

Knirscht eine Ratte mit den Zähnen, liegt dabei entspannt auf dem Rücken und lässt sich kraulen, fühlt sie sich wohl. Das Zähneknirschen hört sich an wie ein leises Knuspern. In einem anderen Zusammenhang kann das Zähneknirschen aber auch Furcht und Aufregung signalisieren. Beispielsweise dann, wenn sie hochgehoben wird und versucht, sich dem zu entziehen. Ist sie apathisch und knirscht, hat sie Schmerzen. Auch ein lautes Quieken signalisiert Schmerz. Fauchende Ratten hingegen drohen und sind kampfbereit.

Neben der Lautsprache nutzen Ratten auch körpersprachliche Signale wie gegenseitiges Beschnuppern, Putzen oder Kuscheln sowie Duftmarken für ihre Rudelkommunikation. Aber keine Sorge: Rattendüfte sind für die menschliche Nase bei regelmäßiger Käfigreinigung nicht wahrnehmbar.