Liebesaus: Wohin mit Miezi nach der Trennung?

Er liegt auf dem Sofa und sieht die Nachrichten, sie sitzt daneben und krault die Katze – ein gemütlicher Abend zu dritt. Jahrelang waren sie glücklich und nun ist plötzlich Schluss. Trennt sich ein Paar, beginnt für beide ein neuer Lebensabschnitt und mindestens einer von ihnen zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus. Oft ist dann nicht klar: Was passiert mit Miezi?

„Katzen sind sensibel und umgebungsbezogen, aber auch pragmatisch, und das heißt, für sie zählt in erster Linie der Mensch“, weiß Imke Krüger, Katzenexpertin und langjährige Vorsitzende des Vereins Deutscher Katzenfreunde e.V. Wenn ein Paar sich trennt, muss lediglich klar sein: Derjenige, der sich in Zukunft um das Tier kümmern wird, sollte dazu in jedem Fall ausreichend Zeit und die finanziellen Mittel haben.

Krüger erklärt: „Für die Katze ist es wichtig, dass ihre Lebensqualität erhalten bleibt und ihr Tagesablauf weiterhin in vertrauten Bahnen verläuft. Wenn der zukünftig alleinige Katzenhalter umzieht, kommt die Katze eben mit.“

Die Expertin rät:

  • Sofern sie die gewohnte Aufmerksamkeit bekommt, ist es der Katze nicht so wichtig, welche ihrer Bezugspersonen sich um sie kümmert. Mehr Wert legt sie auf ihr gewohntes Futter und die bekannten Futterzeiten.
  • Wenn der Expartner dem Stubentiger viel Aufmerksamkeit geschenkt und ausgiebig mit ihm gespielt hat, sollte dies, wenn irgend möglich, auch der zukünftig alleinige Halter beibehalten.
  • Und für die Liebeskummergeplagten: Ein paar Streicheleinheiten mehr als sonst machen der Samtpfote den Neustart leicht und das wohlige Schnurren des Vierbeiners tut auch dem Menschen gut.

„Die Idee, man müsse die Katze besuchen, weil sie einen vermisst, gefällt lediglich dem Menschen. Denn das neue Zweiergespann hat inzwischen eine innigere Beziehung aufgebaut, selbst wenn zuvor eher der Expartner ‚Lieblingsmensch’ der Katze war“, weiß Krüger. Ihr Tipp: „Der Expartner wäre ein idealer Catsitter, wenn man in den Urlaub fahren möchte, denn er kennt die Katze und ihre Gewohnheiten.“ IVH