Stille im Vogelheim: Wenn Kanarienvögel plötzlich nicht mehr singen
Jeder Kanarienvogel muss sich in seinem neuen Zuhause erst einleben. Es ist möglich, dass er in der Eingewöhnungsphase unter Stress steht und deshalb zunächst nicht singt. „In diesem Fall sollten sich die Besitzer einfach zwei bis drei Wochen lang in Geduld üben“, rät Tierarzt Dr. Christian Wagner aus Hamburg. Hilfreich ist es, wenn man das Kanari-Zuhause liebevoll einrichtet. Das Vogelheim sollte auf keinen Fall zu klein gewählt werden. Kanarienvögel lieben Schaukeln und frische Äste. Diese sollten natürlich noch ausreichend Platz lassen, sodass die Vögel ungestört hüpfen und herumflattern können.
Ein wiederkehrender Grund für mangelnde Sangeslust ist die Mauser. Sie beginnt bei Kanarienvögeln in der Regel im Spätsommer oder im frühen Herbst und ist für die kleinen gelben Federträger sehr anstrengend. „Man kann diese Phase durch entsprechende Fütterung unterstützen und so die Abwehrkräfte der Tiere stärken“, so Wagner. „Wichtig ist eine mineralstoffreiche Ernährung. Es gibt spezielles Futter, meist ‚Mauserhilfe‘ genannt. Und wenn die Vögel es vertragen, kann man auch mal ein Stückchen Gurke in den Käfig legen.“ Spätestens im Frühjahr zur Balz- und Brutzeit beginnt der Hahn dann in der Regel wieder zu singen. In diesen Wochen verteidigt er sein Revier und wirbt um ein Weibchen.
Meist ist Stille im Vogelbauer also kein Grund zur Sorge. Falls einer ihrer Vögel jedoch wirkt, als wolle er singen und könne nicht, sollten Kanarien-Freunde einen Tierarzt aufsuchen, um eine eventuelle Erkrankung abzuklären.
Übrigens: Vor dem Kauf eines Kanarienvogels sollten sich Kanari-Freunde darüber im Klaren sein, dass die Hähne die weitaus größeren Sänger sind. Hennen singen nur in seltenen Ausnahmefällen. Weitere Informationen rund um Kanarienvögel und Co. findet man im Internet unter www.ivh-online.de. IVH