Studie: Fischmänner führen attraktive Konkurrenten hinters Licht
Für ihre Studie beobachteten die Forscher um Dr. Bierbach eine Woche lang das Balzverhalten von Mexiko-Kärpflingsmännchen: Macht sich ein Männchen auf die Suche nach einer Partnerin und wird dabei von einem attraktiven Konkurrenten beobachtet, zeigt er betontes Desinteresse an seiner eigentlichen Auserwählten, schwimmt zu einem anderen Weibchen und umgarnt dieses.
Ist die falsche Fährte gelegt und der beobachtende Rivale schluckt den Köder, schwimmt der Fisch zu seiner wahren Angebeteten. „So versucht er, die Konkurrenten von seiner ersten Wahl wegzulocken“, erklärt der Wissenschaftler. Als attraktive und ernst zu nehmende Rivalen betrachtet ein Mexiko-Kärpfling andere Männchen, die groß und bunt sind und sich in der Nähe von Weibchen aufhalten.
Nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler können Mexiko-Kärpflinge komplexe soziale Informationen sammeln, auswerten und diese beim Paarungsverhalten zu ihrem Vorteil einsetzen. Auch andere Fischarten wie Guppys oder arabische Sandgazellen handeln ähnlich, laut Dr. Bierbach. „Solch ein Verhalten wurde bisher eher bei Primaten angenommen“, sagt der Wissenschaftler. Die Ergebnisse der Studie wurden in den „Biology Letters“ der britischen Royal Society veröffentlicht.
Mexiko-Kärpflinge sind ursprünglich in Nord- und Mittelamerika beheimatet. Diese außergewöhnlichen Fische werden sieben bis neun Zentimeter groß und sollten in einem Aquarium von mindestens 60 Zentimetern Größe gehalten werden. Die Fischweibchen sind vier bis sechs Wochen trächtig und bringen lebende Jungtiere zur Welt, die schon sehr weit entwickelt sind. IVH