Unverhofft Fischbesitzer: Vom Umgang mit geerbten Aquarien

Das Aquarium vom betagten Großvater fand man zwar schön, aber irgendwie fehlte immer die Gelegenheit, sich näher mit dem Thema zu beschäftigen. Plötzlich erbt man das gute Stück, samt der Fische und Pflanzen. Und jetzt? Keine Sorge: Es gibt viele Möglichkeiten, die Situation fischgerecht zu meistern.

Für Erben, die das Aquarium behalten möchten, ist ein voll eingerichtetes und gut eingefahrenes Aquarium ein echter Glücksfall und ermöglicht einen einfachen Einstieg in dieses faszinierende Hobby. Bevor man sich das Becken ins eigene Heim holt, gilt es allerdings ein paar Dinge zu beachten. „Am besten lässt man einen erfahrenen Aquarianer überprüfen, ob Besatz und Einrichtung des Aquariums stimmig sind und ob die Technik noch in Ordnung ist“, sagt Florian Grabsch, Vizepräsident des Verbands Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde e.V. (VDA). Ein gutes Fachbuch solle vor der Übernahme angeschafft und auch studiert werden. Oft habe der Vorbesitzer bereits etwas in dieser Richtung hinterlassen, so Grabsch.

So gelingt der Umzug
Der Umzug selbst sollte gut geplant sein. Den bisherigen Fischbesatz transportiert man am besten in sauberen Eimern mit Deckel (1/3 Wasser, 2/3 Luft). Ein Drittel des alten Wassers sollte man ebenfalls mitnehmen, das restliche Wasser wird so weit wie möglich aus dem Becken entfernt. Den Bodengrund und die Pflanzen kann man für den Transport im Becken lassen. Die Pflanzen werden dünn mit feuchter Zeitung abgedeckt. Bei längeren Transportwegen sollte man außerdem das Aquarium oben mit einer Plastikfolie zukleben, um die Pflanzen vor dem Austrocknen zu bewahren.

Am Zielort angekommen wird das Becken auf einen stabilen Unterbau gestellt. Der Standort sollte so gewählt werden, dass möglichst wenig direktes Tageslicht auf das Aquarium fällt. Das alte und neue Wasser werden eingefüllt und der frisch gereinigte Filter installiert. Die Fische werden vorsichtig in das Becken gesetzt. Gefüttert wird erst wieder am folgenden Tag.

Aquarienvereine nehmen Fische auf
Möchte man das Aquarium nicht behalten, kann man sich an Aquarienvereine wenden, „gerade bei größeren Becken oder selteneren Fischen ist dort eine gute Unterbringung gewährleistet“, erklärt Grabsch. „Viele dieser Vereine halten auch Fischbörsen ab – eine weitere Möglichkeit, die Tiere in gute Hände zu vermitteln.“ Aquarienvereine vor Ort sind unter www.vda-aktuell.de zu finden. IVH